MÜNCHEN (BIERMANN) – Fast ein ganzes Jahr lang können sich Besucher im Paläontologischen Museum München über Hieb- und Bissfestes aus der Entwicklungsgeschichte informieren.

Die neue Sonderausstellung „Zähne“ präsentiert bis zum 20. Juni 2011 weithin unbekannte Aspekte aus der mehr als 500 Millionen Jahre langen Entwicklungsgeschichte der Zähne. In der Ausstellung finden sich unter anderem Zähne und Gebisse von Wirbeltieren wie Haien, Dinosauriern und Säugetieren, aber auch die zahnartigen Organe wirbelloser Tiere.

Er könne anhand eines einzigen Zahnes das Skelett des zugehörigen Tieres rekonstruieren, soll der französische Wissenschaftler Georges Cuvier (1769-1832), einer der Begründer der Paläontologie, einmal gesagt haben. Auch wenn diese Behauptung etwas hoch gegriffen sein mag, lassen die Zähne tatsächlich Rückschlüsse auf die Lebensweise des Organismus zu. So können ausladende Stoßzähne ein Hinweis auf Schaukämpfe oder tatsächliche Auseinandersetzungen sein.

Auch die Kost spiegelt sich im Gebiss wider: Pflanzenfresser benötigen hohe Zähne mit vielen feinen Schneidekanten, um hartes Grünzeug zu zermahlen, während Fleischfresser auf Fang- und Reißzähne angewiesen sind. Der Mensch dagegen ist – zumindest dem Gebiss nach – ein Allesfresser.

Für Paläontologen sind Zähne zudem sehr attraktiv, weil sie oft alleine als härtester Teil des Körpers die Jahrmillionen überdauert haben. „Schon vor mehr als 200 Jahren hat die Wissenschaft den Wert dieser Informationsquelle erkannt“, sagt Dr. Gertrud Rößner von der Bayerischen Staatssammlung für Paläontologie und Geologie/GeoBio-Center der LMU München. „Von vielen ausgestorbenen Wirbeltieren weiß man nur, weil ihre Zähne überdauert haben. Die überwältigende Formenvielfalt fossiler und heutiger Zähne zeichnet aber auch wichtige Anpassungen im Nahrungserwerb sowie Nahrungswettbewerb und damit weite Strecken der Entwicklungsgeschichte nach.“

Wie sind Zähne überhaupt im Kieferknochen befestigt und woraus bestehen sie? Die Ausstellung präsentiert Meilensteine in der Entwicklung der Zähne, erklärt deren Aufbau und auch die diffizilen Prozesse der Zahngewebebildung. Schwerpunkte sind auch die Mikrostruktur des außerordentlich widerstandsfähigen Zahnschmelzes, das effiziente Kauen, der integrierte Abrieb sowie die Besonderheiten der menschlichen Kauapparatur.

Die Sonderausstellung „Zähne“ im Paläontologischen Museum München, Richard-Wagner-Straße 10 läuft bis zum 20. Juni 2011. Geöffnet ist die Ausstellung montags bis donnerstags von 8:00 bis 16:00, freitags von 8:00 bis 14:00 und jeden ersten Sonntag im Monat von 10:00 bis 16:00.

Parodontitis sagt ACS-Rezidiv voraus

KRISTIANSTAD (BIERMANN) – Eine Parodontitis-Diagnose ist laut einer neuen Studie einer der Vorhersagefaktoren für ein rezidivierendes akutes Koronarsyndrom (ACS). Als weitere kristallisierten sich die Zahlen der weißen Blutkörperchen (WBC) und die Serumkreatininspiegel heraus. Die Zahlen mutmaßlicher Pathogene waren bei den Teilnehmern mit ACS zwar erhöht, sagten aber künftige ACE-Ereignisse nicht voraus, wie die Forscher um Stefan Renvert vom Zentralkrankenhaus im schwedischen Kristianstad fanden.

Die Wissenschaftler untersuchten insgesamt 165 konsekutive Patienten mit ACS und 159 medizinisch gesunde, passend zugeordnete Kontrollpersonen und beobachteten sie drei Jahre lang nach. Dabei definierten sie Parodontitis anhand des Verlusts an Alveolarknochen. Subgingivale mikrobielle Proben untersuchten sie per Checkerboard DNA-DNA-Hybridisierung.

Seine Ergebnisse stellte das Team um Renvert in der Juliausgabe des Journal of Periodontology vor. Demnach fanden sie ein ACS-Rezidiv bei 66 von 165 (40 Prozent) der Teilnehmer sowie ein erstes ACS-Ereignis bei sieben der 159 (4,4 Prozent), die eingangs zu den Kontrollpersonen zählten.

„Teilnehmer, die später ein zweites ACS-Ereignis hatten, waren älter (p < 0,001)“, berichten die Forscher. Sie fanden bei Personen mit künftigen ACS signifikant höhere Spiegel an High-Density Lipoprotein (p <0,05), Kreatinin (p < 0,01) und WBC (p < 0,001).

Die Auswertung zeigte zudem, dass Parodontitis mit einem ersten ACS-Ereignis (unbearbeitete OR 10,3:1; 95%-KI 6,1 bis 17,4; p <0,001) und dem Rezidiv eines ACS assoziiert war (unbearbeitete OR 3,6:1; 95%-KI: 2,0 bis 6,6; p < 0,001).

Die weitere multivariate Analyse mit allgemeinen linearen Modellen, die unter anderem das Alter berücksichtigte, ergab, dass die WBC-Zahlen (F = 20,6; p < 0,001), Parodontitis (F = 17,6; p < 0,001) und die Serumkreatininwerte (F = 4,5; p < 0,05) ein künftiges ACS-Ereignis erklärten.

Quelle: Journal of Periodontology 2010; 81 (7) :992-1000

LUDIWGSBURG (BIERMANN) – Trotz aller Fortschritte der modernen Biotechnik und Genetik bleibt in der häuslichen Mundpflege dennoch ein Verfahren im Mittelpunkt, das es seit Jahrzehnten gibt: die mechanische Entfernung von Zahnbelag mit der Zahnbürste!

Dies ist das Fazit des diesjährigen blend-a-med-Kongresses, einer Prophylaxefortbildung für Zahnärzte in Deutschland, die am 9./10. Juli 2010 in Ludwigsburg stattfand.

Dabei hat sich herausgestellt, dass sich mit dieser unspezifischen Methode die gefährlichen Keime besser bekämpfen lassen als mit auf bestimmte Risiko-Keime zielenden, vermeintlich moderneren Konzepten.

Aber welche Zahnbürste und welche Zahncreme ist die beste? Auch da waren sich die Experten weitestgehend einig: Die Putzergebnisse mit einer modernen elektrischen Zahnbürste fielen in der Regel besser aus als mit der Handzahnbürste.

Konventionelle Entfernung der Beläge mit Zahnbürste und Zahnpasta heiße also nicht, dass dabei keine High-Tech zum Einsatz komme, stellten die Experten klar. Immer neue Innovationen modernisierten die Zahnpflege fortwährend – ob in der Praxis oder zuhause.

„Die heutigen Zahnpasten, Zahnbürsten, Mundspüllösungen etc. haben mit den Produkten von vor 10 Jahren meist nur noch den Namen gemein“, unterstrich Prof. Johannes Einwag, 1. Vorsitzender der Gesellschaft für Präventive Zahnheilkunde und Direktor des Zahnmedizinischen Fortbildungszentrums Stuttgart. 

Dr. Stefan Zimmer von der Universität Witten/Herdecke unterstrich insbesondere die Bedeutung von Zahnpasta mit dem Inhaltsstoff Fluorid: „Die Cochrane Collaboration hat hierzu auf der Grundlage einer Meta-Analyse unter Einschluss von 70 Studien festgestellt:
Fluoridierte Zahnpasten verbessern die Karieshemmung im Vergleich zu nicht-fluoridierten um 24 Prozent.“

Und die zweimal tägliche Anwendung einer fluoridierten Zahncreme bringe gegenüber der nur einmaligen eine Verbesserung der Karieshemmung um 14 Prozent, führte er weiter aus. „Das bedeutet: Die Umstellung vom einmal täglichen Putzen mit einer nicht-fluoridierten Zahncreme auf ein zweimal tägliches Putzen mit einer fluoridierten Zahncreme bringt rund ein Drittel mehr Karieshemmung – ein eindrucksvolles Verbesserungspotenzial für viele Patienten“, zeigte Zimmer auf.

Bleibt noch der Faktor Mensch: Denn dass viele durchaus noch Schwierigkeiten beim Zähnputzen haben, befand Prof. Nicole Arweiler von der Universität Marburg: „Leider gelingt es den meisten Menschen nicht, eine adäquate und vor allem regelmäßige Mundhygiene durchzuführen.“

Die ausführlichste Aufklärung über die richtige Reinigung von Zähnen und Zahnzwischenräumen (!) bietet in einer Praxis übrigens oft eine Dentalhygienikerin oder eine spezialisierte zahnmedizinische Fachangestellte an.

Quelle: Procter & Gamble

Parodontitis steht neuen Erkenntnissen zufolge möglicherweise nicht nur mit Herzerkrankungen, Diabetes und Rheumatoider Arthritis in Verbindung, sondern auch Prostataproblemen.

 

Für ihre Studie dazu verglichen Forscher der Case Western Reserve University und ihre Kollegen zwei Marker: das prostataspezifische Antigen (PSA), anhand dessen die Entzündungsgrade bei Prostataerkrankungen gemessen, und das Clinical Attachment Level (CAL) von Zahnfleisch und Zähnen, das ein Indikator für Parodontitis sein kann. 

 

So können PSA-Werte über 4,0 ng/ml im Blut ein Zeichen für Entzündung oder Prostatakrebs sein. Eine CAL-Zahl über 2,7 mm wiederum weist auf eine Parodontitis hin.

 

Genauso wie Prostatitis führt Parodontitis zu hohen Graden an Entzündung. „Menschen mit sowohl hohen CAL-Werten und mäßig schwerer bis schwerer Prostatitis haben höhere Spiegel von PSA oder Entzündung“, stellte Zahnfleisch-Experte Nabil Bissada fest.

 

Dies könnte erklären, warum die PSA-Werte bei Prostatitis hoch sein können, manchmal aber nicht dadurch erklärt werden können, was in den Prostatadrüsen passiert, fügte er hinzu.

Bissada added that this might explain why PSA levels can be high in prostatitis, but sometimes cannot be explained by what is happening in the prostate glands. „Es ist etwas außerhalb der Prostata, das zu einer Entzündungsreaktion führt”, sagte er.

 

Die Forscher teilten die 35 Studienteilnehmer in zwei Gruppen ein: jene mit hohen PSA-Werten, aufgrund einer mäßig schweren oder schweren Prostatitis oder einem Karzinom, und jene mit PSA-Werten unter 4 ng/ml mit leichterer Prostatitis. Bei allen wurde die Gesundheit von Zahnfleisch und Zahnbett untersucht. Dabei zeigte sich, dass jene mit der schwersten Form von Prostatitis auch Zeichen einer Parodontitis aufwiesen.

 

Quelle: Case Western Reserve University

Der Einsatz von Plasma in der Zahnheilkunde scheint näher zu rücken. Als Plasma wird ein Gas bezeichnet, das teilweise oder vollständig aus freien Ladungsträgern wie Ionen oder Elektronen besteht.

 

Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Plasmaforschung und Technologie (INP Greifswald) und Zahnmediziner der Universität Greifswald untersuchen seit Juli 2008 im Rahmen des Projekts PlasmaDent, wie Plasma in der Zahnmedizin wirkungsvoll eingesetzt werden kann.

 

Die Forscher zeigten in ihren Experimenten die antimikrobielle Wirkung von Plasma auf planktonische Erreger. So bezeichnet man freibewegliche Mikroorganismen, die z. B. in menschlichem Speichel vorkommen.

 

Hierzu strichen sie Testkeime auf kleine Petrischalen mit einem Nährboden für Bakterien aus und behandelten sie mit Plasma. Sie wiesen bakterienfreie Zonen nach. Im Mund leben die Bakterien in Biofilmen, der sogenannten Plaque. Die Erreger sind dabei in eine Kohlenhydratmatrix, die sie vor Umwelteinflüssen und antimikrobiellen Substanzen schützt, eingebettet. Dagegen kommen auch die handelsüblichen Antiseptika nicht ohne weiteres an. Plasma könnte diese Probleme lösen.

 

Wenn es nach den Greifswalder Wissenschaftlern geht, sollen mit Plasmen bald zeitaufwendige und schmerzhafte Behandlungen ersetzt werden, zum Beispiel bei der Parodontitis. Der auf dem Zahn befindliche Biofilm verursacht eine Entzündung, die zu Zahnfleischtaschen und Knochenabbau führen kann.

 

Nach einer konventionellen Parodontalbehandlung, die mit Ultraschallgeräten harte und weiche Beläge entfernt, können mikrobiell besiedelte Resttaschen zurückbleiben. In diesem Bereich, der mit konventionellen Methoden nicht erreichbar ist, können sich die Bakterien sehr schnell vermehren.

 

Um Zähne mit Zahnfleischtaschen langfristig zu erhalten, müssen diese Beläge alle drei bis sechs Monate entfernt werden. Die mechanische Entfernung kann für die Patienten schmerzhaft sein. Mittels Plasma könnten Zahnärzte sehr viel sanfter mit ihren Patienten umgehen.

 

Auch bei Wurzelbehandlungen könnte Plasma von Vorteil sein: Die Wurzeln eines Zahnes sind nicht immer gerade, sondern mitunter gekrümmt und sehr verzweigt. Zudem weisen sie viele Ramifikationen (Nebenverästelungen des Hauptwurzelkanals) auf. Das erschwert die Behandlung, denn für eine erfolgreiche Desinfektion des Wurzelkanalsystems ist ein Biofilmabtrag in den schwer zugänglichen Bereichen – besonders in der Nähe der Wurzelspitze mit ihren vielen Ramifikationen – nötig.

 

Mit einem am INP Greifswald eigens dafür entwickelten dünnen Plasma ist es möglich, auch schwer zugängliche Hohlräume wie Wurzelkanalsysteme und Zahnfleischtaschen, gründlicher bzw. ohne operativen Eingriff zu behandeln.

 

Plasma könnte ebenfalls vielen Patienten bei der Behandlung von Periimplantitis helfen, einer Erkrankung, die bei Implantatträgern auftreten kann. Sie ähnelt der Parodontitis des natürlichen Zahnes und gilt als ein ungelöstes Problem in der Zahnheilkunde. Dabei verursacht der auf der Implantatoberfläche befindliche Biofilm eine Entzündung des umgebenden Gewebes, und es kommt auch hier zum Knochenabbau. Das gefährdet die Langlebigkeit eines Implantats.

 

Bei Prothesenträgern wiederum kann es zu einer Entzündung der Mundschleimhaut kommen, die durch eine Besiedlung der Prothese mit Hefepilzen hervorgerufen wird. Die Entfernung des Pilzes auf der Prothese allein mit Bürsten bzw. chemischen Prothesenreinigern ist schwierig und reicht oft nicht aus. Die antimikrobielle Wirkung von Plasma ermöglicht es, Biofilme auf Titan-, Zahn- und Prothesenoberflächen zu inaktivieren. Spezielle flächig wirkende Plasmen könnten Prothesen zudem desinfizieren und der Prothesenstomatitis vorbeugen.

 

Quelle: Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie

„Aber ich hab’ doch immer geputzt, das müssen die Gene sein.” Diese Entschuldigung möchten Zahnärzte von Patienten mit Karies und Parodontitis natürlich nicht hören – und doch scheint etwas dran zu sein.

 

Denn Forscher der University of Pittsburgh haben jetzt entdeckt, dass bestimmte genetische Varianten mit höheren Raten von Zahnfäule und aggressiver Parodontitis verbunden sein könnten. Ihre Ergebnisse haben sie in zwei Artikeln in den Fachzeitschrift Journal of Dental Research und PLoS One veröffentlicht.

 

So fand ein Team um Dr. Alexandre R. Vieira, der an beiden Studien beteiligt war, dass die Kariesrate durch Varianten des Gens für Beta-Defensin 1 (DEFB1) beeinflusst war. Beta-Defensin 1 spielt eine Rolle an der vordersten Front der Immunabwehr gegen eindringende Keime.

 

Für ihre Studie analysierten die Forscher fast 300 anonyme zahnmedizinische Akten und die dazu gehörigen Speichelproben. Diese Proben enthielten eine von drei Varianten des DEFB1-Gens – G-20A, G-52A oder C-44G. Die Auswertung zeigte, dass Menschen mit einer G-20A-Genkopie fünfmal höhere Karieswerte – und somit schlechtere Zähne – hatten als jene mit einer der beiden anderen Varianten.

 

„Es ist möglich, dass diese Varianten zu Unterschieden bei der Fähigkeit von Beta Defensin führen, die bakterielle Besiedlung zu hemmen”, sagte Dr. Viera. „In Zukunft werden wir möglicherweise in der Lage sein, auf diese Polymorphismen als klinische Marker für das Kariesrisiko hin zu testen.“

 

In der zweiten Studie wurden Speichelproben von 389 Menschen aus 55 brasilianischen Familien auf genetische Verbindungen zu aggressiver Parodontitis hin untersucht. Diese Form der Erkrankung gilt unter Afrikanern oder Menschen afrikanischer Abstammung als häufiger.

 

Die Forscher fanden Hinweise auf eine Beziehung zwischen der Erkrankung und dem FAM5C-Gen: Das dazu gehörige Protein wurde in Bereichen mit krankem Parodontalgewebe verstärkt produziert oder aktiviert.

 

„Das FAM5C-Gen wurde kürzlich mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Verbindung gebracht, bei denen Entzündung eine Rolle spielt, genauso wie bei Parodontitis”, sagte Dr. Vieira. „Es sind weitere Untersuchungen nötig, um zu sehen, ob Variationen in dem Gen mit unterschiedlichen Aktivitätsprofilen verbunden sind.“

 

Quelle: University of Pittsburgh Schools of the Health Sciences

Beim Wort Qualitätsmanagement stöhnt Ihr Chef nur laut auf? Dann sollten Sie ihn jetzt zu überzeugen versuchen, denn bald wird es sozusagen ernst. Die Richtlinie, nach der jeder Vertragszahnarzt verpflichtet ist, ein einrichtungsinternes Qualitätsmanagement einzuführen und weiterzuentwickeln, ist zwar schon am 01.01.2007 in Kraft getreten, aber bis spätestens zum 31. Dezember 2010 ist sicherzustellen, dass das in der Praxis umgesetzte System alle dort aufgeführten Grundelemente enthält.

 

Dabei sollte Qualitätsmanagement nicht als lästige Pflicht, sondern lieber als Chance begriffen werden. Wie steht die Praxis da? Wo liegen die Probleme? Wo wollen wir hin? Was müsste man verbessern, damit die Praxis ideal läuft?

 

Wichtig ist eine wöchentliche Mitarbeiterversammlung, damit die Ergebnisse des neu eingeführten Qualitätsmanagements stetig überprüft und verbessert werden können. Unumgänglich ist eine klare Organisationsstruktur, bei der Zuständigkeiten und auch Arbeitsflüsse geklärt werden. Checklisten können helfen, die Abläufe zu vereinfachen und zu optimieren.

 

Und auch wenn es so mancher Zahnarzthelferin bei dem Gedanken erst mal nicht wohl ist: Es ist wichtig, die Leistung der einzelnen Mitarbeiter stetig zu messen. Das ermöglicht eine Bestandsaufnahme und zeigt, wo Verbesserungen, mehr Schulung oder auch eine Weiterbildung nötig sind. 

 

Die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) hat auf ihrer Internetseite die Richtlinie sowie die tragenden Gründe, die zu ihrem Beschluss führten, veröffentlicht  (http://www.kzbv.de/m133.htm ).

 

Darin heißt es: „Die Richtlinie will den niedergelassenen Vertragszahnärzten das deutliche Signal geben, dass Qualitätsmanagement dazu dient, unbürokratisch die Zufriedenheit der am Prozess Beteiligten zu erhöhen. Die Richtlinie anerkennt, dass es hierzu der individuellen Umsetzung in der jeweiligen Praxis bedarf. Es wurde daher bewusst auf die zwingende Vorgabe der Nutzung zertifizierter Qualitätsmanagementverfahren verzichtet.“

 

Auf der KZBV-Seite finden sich viele weitere Informationen rund um das Qualitätsmanagement, darunter auch Leitlinien für Fluoridierungsmaßnahmen zur Kariesprophylaxe, Fissurenversiegelung, die operative Entfernung von Weisheitszähnen und die Wurzelspitzenresektion.

 

Quelle: KZBV

 

Eine Praxis, in der bei jedem Ablauf ein Zahnrädchen ohne zu haken ins andere greift, wünscht sich wohl jeder Zahnarzt. Dabei übersieht so mancher Chef, wie wichtig gute, kompetente Helferinnen dafür sind und vergisst im Alltag allzu oft, die Leistungen zu würdigen. Frustration und innere Kündigung können die Folge sein.

 

Als Chef sollten Sie sich immer wieder vor Augen führen, dass gute, motivierte  Mitarbeiterinnen Gold wert sind und bei der Stange gehalten werden sollten. Denn neue Mitarbeiterinnen zu suchen und einzuarbeiten ist aufwendig und teuer. Darum lohnt es sich, altbewährte Mitarbeiterinnen zu binden.

 

Damit Ihnen Ihr Team mit Freude an die Arbeit geht, sollten Sie drei wichtige Punkte beachten:

 

-          Sie sollten als Chef sowohl entschlussfreudig als auch verlässlich sein. Haben Sie einmal eine Entscheidung getroffen, sollten Sie auch dazu stehen.

 

-          Ihre Mitarbeiterinnen wissen nur dann, was Sie genau von Ihnen erwarten, wenn Sie dies auch ausreichend kommunizieren. Darum ist es besonders wichtig, dass Sie sich die Zeit nehmen, Ihnen eine Rückmeldung zu geben. Dabei geht es – Sie ahnen es – nicht nur um Kritik, sondern natürlich auch um Lob, ob für gute Arbeit oder brillante Ideen. Versuchen Sie dabei, möglichst gerecht zu sein. Niemand lässt sich gern ungerecht behandeln.

 

-          Fordern Sie Ihre besten Mitarbeiterinnen mit entsprechenden Aufgaben und stärken Sie so ihre Handlungskompetenz – nur so erhalten Sie Ihre Motivation auf lange Sicht. Wichtig ist, dass Ihre besten Helferinnen auch merken, dass ihre Leistung anerkannt wird.

Die Kombination aus Amoxicillin und Metronidazol führt als Zusatz zu Scaling und Wurzelglättung zu einer besseren Heilung als die alleinige mechanische Behandlung.

 

In einer türkischen Studie führte dieser Therapie-Ansatz zu einer signifikanten und erheblichen Abnahme von T. forsythia und beugte einer Rekolonisation mit diesem Bakterium sechs Monate lang vor. Dies lege nahe, dass T. forsythia über die langfristige Stabilität der Outcomes einer Parodontalbehandlung entscheiden könnte.

 

Emine Cifcibasi Yek von der Universität Istanbul und Kollegen schlossen randomisiert 28 Patienten in ihre Studie ein. Die Testgruppe mit zwölf Patienten erhielt die Kombination aus Amoxicillin und Metronidazol plus Scaling und Wurzelglättung, die 16-köpfige Kontrollgruppe ausschließlich Scaling und Wurzelglättung.

 

Zusätzlich zu den klinischen Untersuchungen wurden subgingivale Plaqueproben auf die  kultivierbaren Bakterien hin analysiert sowie per PCR auf Porphyromonas gingivalis, Tannerella forsythia (früher T. forsythensis), Treponema denticola, Prevotella intermedia, Prevotella nigrescens, Prevotella pallens und Aggregatibacter actinomycetemcomitans (früher Actinobacillus actinomycetemcomitans).

 

Ihre Ergebnisse stellen die türkischen Forscher in der aktuellen Ausgabe des Journal of Periodontology vor. Demzufolge besserten sich alle klinischen Parameter in beiden Gruppen signifikant gegenüber der Ausgangssituation (P <0,05). Doch im Vergleich zur Kontrollgruppe gab es in der Testgruppe eine statistisch signifikante Reduktion der Taschen und eine Zunahme des klinischen Attachments (P <0,05).

 

Die Gesamtzahlen an Bakterien gingen nach drei und sechs Monaten ebenfalls signifikant zurück (P <0,05). „T. denticola und T. forsythia waren die gesamte Studie hindurch die häufigsten Bakterien”, beschreiben die Forscher. T. denticola habe in der Testgruppe eine signifikante Abnahme über sechs Monate gezeigt, während es in der Kontrollgruppe nach drei Monaten keine weitere Veränderung mehr gab.

 

„P. gingivalis war nach drei Monaten signifikant zurückgegangen (P <0,05), während T. forsythia das einzige Pathogen war, das durch die Kombinationstherapie unter die Nachweisgrenzen sank, bei einem signifikanten Unterschied gegenüber der Kontrollgruppe (P <0,05)“, schildert das Team um Yek.

 

Quelle: Journal of Periodontology 2010; 81, (7): 964-74

Wenn Zahnärzte für die Mandibularisleitungsanästhesie (MLÄ) ein vierprozentiges Lokalanästhetikum in Betracht ziehen, sollten sie wissen, dass Parästhesien bei solchen Formulierungen häufiger auftreten. Zu diesem Schluss kommt eine Studie in der aktuellen Ausgabe des Journal of the American Dental Association.

 

Dr. Gabriella A. Garisto von der University of Toronto und ihre Kollegen hatten sich des Themas angenommen, da mehrere Studien vermuten ließen, dass die Wahrscheinlichkeit für eine Parästhesie vom verwendeten Lokalanästhetikum abhängen könnte.

 

Zu diesem Zweck sahen sie Meldungen zu Parästhesien unter Beteiligung zahnmedizinischer Lokalanästhetika durch, die zwischen November 1997 und August 2008 beim U.S. Food and Drug Administration Adverse Event Reporting System eingingen. Anhand zweier Analysen verglichen sie die erwarteten Häufigkeiten – auf Basis der US-Daten zum Verkauf von Lokalanästhetika – mit den beobachteten Berichten zu oraler Parästhesie.

 

Die Ergebnisse zeigen, dass im Studienzeitraum 248 Fälle von Parästhesie nach zahnmedizinischen Eingriffen gemeldet wurden. Bei den meisten (94,5 Prozent) ging es um die MLÄ.

 

„Der Zungennerv war in 89 Prozent der Fälle betroffen“, berichten die Autoren. Berichte, bei denen vierprozentiges Prilocain oder vierprozentiges Articain eingesetzt wurden, waren 7,3- respektive 3,6-mal häufiger, als auf Basis des Einsatzes von Lokalanästhetika durch US-Zahnärzte zu erwarten gewesen wäre.

 

„Diese Daten lassen vermuten, dass Parästhesien häufiger nach dem Einsatz vierprozentiger Formulierungen von Lokalanästhetika auftreten“, schlussfolgern Garisto und ihr Team. Diese Befunde seien mit jenen einer Reihe von Studien aus anderen Ländern konsistent.

 

Quelle: J Am Dent Assoc 2010; 141 (7): 836-44

Nächste Einträge »