14.12.2010
Was tun bei verkürzter Zahnreihe?
Zwei Optionen führen zu ähnlichen Ergebnissen
Bei vielen Menschen gehen Backenzähne vor den Frontzähnen verloren. Die Folge: Es entstehen nach hinten verkürzte Zahnreihen. Betroffene Patienten fühlen sich zum Teil nur wenig beeinträchtigt. Doch durch die eingeschränkte Funktion, etwa beim Kauen, kann die Mundgesundheit langfristig leiden.
Diese sogenannte Lückengebisssituation tritt recht häufig auf. Daher ist die Frage nach der günstigsten Therapie medizinisch und gesundheitsökonomisch von großer Bedeutung. Grundsätzlich bestehen drei Behandlungsoptionen: herausnehmbare Prothesen, Implantate und Belassen der verkürzten Zahnreihe.
Deshalb hat sich die bisher größte in der Bundesrepublik durchgeführte randomisierte Therapiestudie der prothetischen Zahnmedizin mit genau diesem Thema befasst. Sie wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert und Ende 2010 abgeschlossen. Die Untersuchungen dazu finden an 14 universitären Studienzentren statt, die Leitung liegt bei der TU Dresden. Die Teilnehmer sind Patienten, die alle großen Backenzähne in einem Kiefer verloren hatten.
Dabei werden zwei Therapieformen verglichen: die Wiederherstellung einer vollständigen Zahnreihe mit einer herausnehmbaren Prothese – wie sie in Deutschland sehr häufig praktiziert wird – und die Stabilisierung einer verkürzten Zahnreihe bis einschließlich der kleinen Backenzähne ohne herausnehmbare Prothese. Diese zweite Therapieform ist weniger verbreitet und nur begrenzt mit den Richtlinien der Gesetzlichen Krankenversicherung kompatibel.
Zahnersatz auf Implantaten wurde nicht einbezogen. Dadurch wäre die erforderliche Fallzahl in nicht realisierbare Größenordnungen erhöht worden. Außerdem spielen – aus einer bevölkerungsbezogenen Perspektive – Implantate nach wie vor eine eher geringe Rolle.
Bei den bisher vorliegenden Zwischenauswertungen waren nur geringe Unterschiede zwischen beiden Therapieformen feststellbar. Diese Aussage bezieht sich auf Zahnverlust und weitere Parameter, die die Zahn- und Mundgesundheit beschreiben, einschließlich der Lebensqualität.
Die Ergebnisse der Studie werden eine Neubewertung der Therapie unter den Gesichtspunkten gesundheitlicher Nutzen, Patientenzufriedenheit und Kosteneffizienz ermöglichen.
Quelle: Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde, 12.11.2010
